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Willkommen bei K.Ö.St.V. Rugia Retz

Rugia Ball

am 13.01.2018 im Althof Retz

 

Geschichte

rugia1927

Die Mutterverbindung ARMINIA HOLLABRUNN plante eine Tochterverbindung im nördlichen Weinviertel zu gründen. Diese Studentenverbindung sollte zentral gelegen sein und leicht mit Bahn und Bus zu erreichen sein.
Aus diesem Grund wurde RÖSCHITZ gewählt. (Nähe Eggenburg, Pulkau, Horn)

Am 17.7.1921 fand in Röschitz die Publikationsfeier statt

Von der ARMINIA HOLLABRUNN kamen folgende Gründungsburschen:

  • Franz LATZKA v. Dietrich
  • Rudolf HAIDA v. Blondl



Weitere Gründer der RUGIA RÖSCHITZ waren:

  • Johann NEWALD v. Siegfried
  • Johann FORSTLEHNER v. Blondl
  • Heinrich ZEDER v. Giselher
  • Hans SCHÖLLAUF v. Ekkehart


Als Burschenfarben wurde ROT - WEISS - GOLD, als Fuchsenfarben ROT - WEISS - ROT, als Mützenfarbe wurde dunkelgrüner Samt gewählt.

Der Wahlspruch sollte lauten: PER ASPERA AD ASTRA

Das Gründungschargenkabinett lautete:

  • x Franz LATZKA v. Dietrich
  • xx Johann NEWALD v. Siegfried
  • xxx Johann FORSTLEHNER v. Blondl
  • xxxx Heinrich ZEDER v. Giselher
  • FM Rudolf HAIDA v. Blondl

Die Publikationsfeier begann um 10:00 Uhr mit einer Festmesse in der Pfarrkirche, zelebriert vom Ober-Hollabrunner Studentenseelsorger Prof. Metelka. Der nachmittägige Gründungskommers wurde vom Gründungssenior der Mutterverbindung Arminia Ober-Hollabrunn Leopold Schierböck v. Wolfram geschlagen. Er konnte ca. 40 Couleurstudenten und Alte Herren und an Mittelschulverbindungen die Waldmark Horn, Dürnstein Wien, Danubia Wien, Herulia Wolkersdorf begrüßen. Weiters waren die CV-Verbindungen Rudolfina Wien, Nordgau und Babenberg Wien anwesend.

Aus Röschitz waren die Honoratioren und die katholischen Vereine erschienen. Die Festrede hielt Hans Habison v. Blondl ( Nordgau Wien), der auch das Ehrenband der RUGIA Röschitz erhielt. Das Fest und die Gründung wurden von der Presse und von der katholischen Bevölkerung mit Begeisterung aufgenommen.

Die Ferien 1921 verliefen für die neugegründete FERIALIS mit regem Betrieb. Am 18.7.1921 fand die erste Kneipe in Pulkau statt, am 14.8.1921 nahm RUGIA an der Fahnenweihe des katholischen Burschenvereines in Watzelsdorf teil, am 8.9.1921 wurde der Ferienschlusskommers wieder in Pulkau geschlagen.
     
Am 30.9.1921 wurden die Statuten von Seiten der Niederösterreichischen Landesregierung mit der Nichtuntersagung des "Vereines" genehmigt.

1921 erhielten folgende Arminen das Ehrenband der RUGIA:

  • Leopold SCHIERMBÖCK v. Wolfram
  • Josef STÖGER v. Volker
  • Anton BEER v. Artus



Außer den Gründern wurden folgende Couleurstudenten bei RUGIA aktiv:

  • Amandus SCHWARZ v. Harald
  • Anton ARNBERGER v. Hardubrand


RUGIA hielt damals regen Kontakt zu den Ferial - und Semestralverbindungen des Weinviertels. Besonders zu Arminia und Herulia aus Ober-Hollabrunn, Waldmark Horn und zur Aggstein St. Pölten. Dadurch blühte RUGIA in diesen Jahren auf und gewann immer mehr Mitglieder. Gesellige Veranstaltungen fanden in der Regel nur in den Ferien statt. Konvente jeder Art aber im Durchschnitt alle zwei Monate.

1922 wurde der erste Weihnachtskommers geschlagen.

Am 25.9.1924 wurde in Retz die nationale Ferialis Germania mit den Farben SCWARZ-WEISS-ROT gegründet. Es kam in dieser Zeit zu keiner Konfrontation zwischen Rugia und Germania.

1927 wurden auf Grund der schlechten Lage nur drei Füchse rezipiert.

1928 fanden viele Veranstaltungen der Rugen in Retz in der Znaimer Bierhalle statt.

19.07.1931:  10. Stiftungsfest der RUGIA in Retz

Der Jubelsenior Viktor Scheibenreiter v. Gumbert ließ das Programm für das Stiftungsfest von der Behörde genehmigen. Mit seinen Conchargen,

  • xx Josef Trimmel v. Arnulf
  • xx Josef Ehn v. Gerwin
  • xxx Josef Hebenstreit v. Parzifal
  • FM Alois Zimmerl v. Volker


organisierte er das Jubelfest. Um 15:00 Uhr marschierten 15 Chargierte und 120 Couleurträger zu Klängen der Militärkapelle des 3. Infantrieregimentes vom Bahnhof zur Festmesse in die Stadtpfarrkirche. Nach dem Festgottesdienst folgte beim Kriegerdenkmal eine Kranzniederlegung. Im Anschluss daran folgte der Festkommers in der Znaimer Bierhalle. Die Musikkapelle des 3. Infantrieregiments spielte am Hauptplatz ein Konzert und am Abend des Jubeltages wurde in der Znaimer Bierhalle ein Farbenkränzchen veranstaltet. Laut Presseberichten im Kleinen Volksblatt und in der Neuen Zeitung war es ein gelungenes Fest.

In dieser Zeit war RUGIA mit 60 Mitgliedern, davon 10 Ehrenmitgliedern, 17 Alte Herren, 29 Aktiven und 4 Inaktiven, die an Mitgliedern stärkste Ferialverbindung im nördlichen Weinviertel.

1930 schlossen sich folgende 6 Ferialverbindungen des Weinviertels zu einer losen Interessensgemeinschaft zusammen:

  • Nordmark Hohenau
  • Herulia Wolkersdorf
  • Babenberg Gänserndorf
  • Falkenstein Zistersdorf
  • Ostmark Poysdorf
  • Rugia Röschitz


1931 bekam RUGIA im Gasthaus Harzhauser in Retz eine eigene Bude. Diese Bude wurde von Cartellbruder Hinterleitner mit Gemälden geschmückt. In diesem Jahr gründete RUGIA den ersten Damenzirkel und der erste "RUGENBRIEF" erschien.


13stiftungsfest

Am 27.1.1936 starb der FM Alois Zimmerl v. Volker. Zu seinem Begräbnis kamen 2000 Menschen und Bundeskanzler Schuschnigg sandte einen Kranz mit der Aufschrift "Dem treuen Kameraden" nach Obritz.

9.5.1937 wurde von der RUGIA die "Clemens Maria Hofbauer - Gedenktafel" am ehemaligen Pfarrschulhaus in Retz angebracht. Es war dies das letzte öffentliche Auftreten vor der Auflösung.

16.11.1939 erfolgte die behördliche Löschung der RUGIA Röschitz.


Die SENIOREN der RUGIA RÖSCHITZ:

  • Gründer Franz LATZKA v. Dietrich
  • 1922 Amandus SCHWARZ v. Harald
  • 1923 Heinrich ZEDER v. Giselher
  • 1923 - 1925 Lois SCHIFERL v. Roland
  • 1925 - 1928 Josef HEBENSTREIT v. Parzifal
  • 1928 - 1929 Heinrich SCHUSTER v. Elmar
  • 1929 - 1931 Viktor SCHEIBENREITER v. Gumbert
  • 1931 - 1932 Anton RESCH v. Winfried
  • 1932 - 1933 Robert CILEK v. Ingo
  • 1933 - 1935 Herbert MACHATSCHEK v. Iring
  • 1935 - 1936 Herbert RANKL v. Harand
  • 1935 - 1938 Johann LAUTSCH v. Helge
  • 1938 Philistersenior Viktor SCHEIBENREITER v. Gumbert


EINIGE BERICHTE AUS DER GRÜNDERZEIT:

Hofrat KR Heinrich ZEDER:
In dieser schweren Zeit sollen die Gönner der Verbindung nicht vergessen werden. Das Ehrenmitglied Karl WODY, ein Mühlenbesitzer aus Jetzelsdorf hatte für die Rugen jederzeit ein offenes Haus, ein offenes Herz und eine offene Brieftasche. Wo und wann er gebraucht wurde war er immer zur Stelle.

Ein anderer beliebter "Wallfahrtsort" für uns RUGEN war das Elternhaus unseres Gründungsburschen Hans Schöllauf v. Ekkehart in Hadres, das sogenannte Posthäusl. Papa und Mama Schöllauf - beide wohlbestalltete Postmeister - liebten das Treiben der Studenten um sich, auch wenn es manchmal recht toll und ausgelassen wurde. Auch wenn das Häuschen manchmal aus den Nähten zu platzen drohte, immer fand sich eine Ecke zum Schlafen und ein guter Bissen für den hungrigen Studentenmagen.

 
Reg.Rat. Josef BERGER zitiert Lois SCHFERL:
Ich war sechzehn und von meinen Bundesbrüdern zum Senior der Ferialverbindung gewählt worden. Mit größtem Eifer und unbedingtem Wille zur Echtheit und Folgerichtigkeit ging ich an meine Arbeit. Ich verlegte Kommerse und Kneipen an denkwürdige Orte, nach Mailberg, Guntersdorf, Wullersdorf, Schöngrabern und im Buchbergwald gewann ich die nötigen romantischen Kulissen: einmal abends auf der Waldstrasse Immendorf - Hadres und einmal mitternachts auf dem Buchberggipfel. Wir sangen zu Gitarren und Geigen, rezitierten Verse, man hielt eine Ansprache, wir sangen noch ein trutziges Schwurlied und dann stiegen wir zurück in die muldigen Täler. Da ich Senior kein Fahrrad hatte musste ich alle Wege zu Fuß bestreiten, woran ich gewöhnt war. Also war ich einmal in Hadres über Haugsdorf - Jetzelsdorf nach Schöngrabern gewandert, also zwanzig Kilometer. Nach der Kneipe erbarmte ich meinem Leibfuchsen, dem Hebenstreit Josef, der schon täglich in der Bürgerschule zu Rad eingetroffen war, und er leistete mir von Schöngrabern bis Jetzelsdorf Gesellschaft. Sein leeres Fahrzeug wies er ohne Reue neben sich her."

 

Hofrat Mag. Viktor SCHEIBENREITER berichtet vom 10. Stiftungsfest:
Spannungsgeladen und erwartungsvoll schritt man den Festlichkeiten des 10. Stiftungsfestes entgegen. Es war ein herrlicher Sonntag, der 19. Juli 1931. Vormittags wurden nach einer Festmesse die Verbindungsangelegenheiten routinemäßig besprochen und überdies jedem einzelnen seine Aufgaben für das nachmittägige Hochfest zugeteilt. Um 15 Uhr zogen etwa fünfzehn Chargierte und rund hundertzwanzig Couleurstudenten unter dem Vorantritt der Militärkapelle des Infanterieregiments 3 unter dem Jubel der Bevölkerung vom Bahnhof durch die Straßen der Stadt zur Pfarrkirche.

Zurückblickend darf mit Genugtuung festgehalten werden, dass eine Studentenverbindung das finanzielle Risiko auf sich nahm, zur musikalischen Umrahmung eine Militärkapelle zum 10. Stiftungsfest einzuladen, eine Neuheit für damals und eine Besonderheit auch für heute. Nach der kirchlichen Feier wurde vor dem Kriegerdenkmal unter den Klängen " Ich hatt´ einen Kameraden" ein großes Blumengebinde, mit rot - weiß - goldenen Schleifen geziert, niedergelegt. Um 17 Uhr wurde im großen Saal der Znaimer Bierhalle der Festkommers geschlagen, auf dem der Senior zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und buntbemützte Scharen begrüßen konnte. Nach Schluss des Kommerses konzertierte die Militärkapelle auf dem Hauptplatz, was von den Stadtbewohnern mit Begeisterung aufgenommen wurde.

Das 10. Stiftungsfest wirkte zweifellos sehr lange nach. Aus der gemeinsamen harten Arbeit für Rugia entwickelten sich beispiellose Prinzipientreue und unverbrüchliche Freundschaft. Diese hehren Leitsätze waren sicherlich ausschlaggebend bei der Wiedergründung nach dem zweiten Weltkrieg.
 


Dr. Herbert MACHATSCHEK schreibt:
Bei der Branderung im Jahre 1934 legte unser Bundesruder Walter Resch sein Gesangsexamen mit einer RUGIA gewidmeten inoffiziellen Burschenstrophe ab, die so glaube ich, wert wäre so manchesmal gesungen zu werden:

Trautes Retz, von deinen Höhen winket grüßend edler Wein.
Und in Rugias Farben pranget deiner Mädchen Anmutschein.
Rot der Lippen süßer Zauber aus dem Weiß des Antlitz´ lacht,
und zwei Äugelein dicht umwebet blonder Locken gold´ne Pracht.